Farmwild
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Was ist Farmwild?

Die rechtliche Definition für Farmwild ist in der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 enthalten.


Wenn Sie keinen Antrag auf Haltung von "ähnlich dem freilebenden Wild" stellen, dann haben Sie den
Status Farmwild. Dann ist auch die Zulassung des Schlachtraumes erforderlich.
Es besteht auch nach entsprechender schriftlicher Vereinbarung die Möglichkeit, sich mit Wildhaltern in der Umgebung zusammenzutun und eine zugelassene Schlachtstätte gemeinsam zu nutzen.
Wildhalter, die keine EU-Zulassung haben, können an einen Wildhalterkollegen liefern.
Die Vorschriften der Kühlung sind zu beachten. Bis zu einer Stunde kein Problem.
Ohne Bürokratie geht es auch hier nicht.

Es sind zwei Formblätter mitzuführen:

- Infos zur Lebensmittelsicherheit, Anlage 7  (für den Tierhalter)  hier,
- Gesundheitsbescheinigung für im Haltungsbetrieb geschlachtete Tiere 
   Anlage 1  (für den Fleischbeschauer)    hier .

EU-Zulassung der Schlachtstätte -
Handbuch über Zulassung für Direktvermarkter/Wildhalter     hier     

(für Wildhalter ca. Seite 11-21 !! - Antragsformulare für die Zulassung)

- weitere Formulare und Infos   hier

Die Anforderungen sind flexibel formuliert und eröffnen den Behörden Ermessungsspielräume - d.h. je größer der Betrieb, um so größer die Anforderungen.
Anhaltspunkt ist die Allgemeine Verwaltungsvorschrift Lebensmittelhygiene vom 25.09.2007 -  

Allgemeine Verwaltungsvorschrift Lebensmittelhygiene (PDF, 7 MB, lange Ladezeit)

Die Bundesregierung hat am 10.06.2009 die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Änderung von Verwaltungsvorschriften im Bereich des Lebensmittelrechts unter Berücksichtigung der Maßgaben des Bundesrates beschlossen.

Mit der Verwaltungsvorschrift sollen die Anforderungen an die EU-rechtlich vorgeschriebene Zulassung von Lebensmittelbetrieben noch stärker auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen abgestimmt werden. Damit wird die durch das EU-Lebensmittelhygienerecht hinsichtlich der Zulassungsanforderungen eröffnete Flexibilität zum Schutz dieser Betriebe ausgeweitet. Als Konsequenz können die für die Zulassung verantwortlichen zuständigen Behörden der Länder noch mehr Augenmaß bei der lebensmittelrechtlichen Zulassung kleiner und mittlerer Lebensmittelbetriebe einbringen.

Da kommt für die Wildhalter doch Hoffnung auf:

 
Und noch was:

Die Einraumlösung, d.h. das Schlachten bzw. Ausweiden und das Zerlegen in einem Raum ist möglich, wenn dies zeitversetzt und nach einer Zwischenreinigung erfolgt - Entscheidungsspielraum der Behörde !!!!

Ein Fettabscheider ist nicht notwendig, wenn das Wild in dem Raum nur ausgeweidet, aus der Decke geschlagen und zerlegt wird. Wenn das Fleisch also nicht gekocht wird. Da sich ohne Kochen kein Fett löst, liegt kein Fettanfall vor.

Für die Zukunft:

Eine Bund-Länder-Projektgruppe erarbeitete für Gehege mit geringem Produktionsvolumen Erleichterungen für die Schlachtung und Vermarktung.

Diese Vorschläge müssen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz noch in eine Verordnung umgesetzt werden, welche bei der EU notifiziert werden muss. Erst danach sind diese Erleichterungen wirksam.

Derzeit lässt die EU auf eine Entscheidung warten!!!             - April 2009

Die Wildhalter erhoffen sich, dass nach einem entsprechenden Sachkundelehrgang der Status ähnlich der "kundigen Person" anerkannt wird.
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Diese Regelung wird in Österreich bereits praktiziert   -   hier

Wieder zu uns:

 Anwesenheit des Tierarztes bei der Schlachtung - sprich Schuss im Gehege und Ausweiden:

Die EU-Verordnung verlangt derzeit, dass bei dieser Tätigkeit der Tierarzt (bzw. Fleischbeschauer) anwesend sein muss. Dieser muss das korrekte Schlachten und Ausbluten am Herkunftsort mit Datum und Zeitpunkt bescheinigen.
Diese Regelung ist in der Praxis nicht durchführbar.
Zudem kann das Gesetz "nicht Unmögliches verlangen" und es sind auch nicht genügend Fleischbeschauer vorhanden, d.h. auch das Amt ist nicht in der Lage, dies durchzuführen.
Von den Kosten schon gar nicht zu sprechen.

Wenn hier nicht nachgearbeitet werden kann, ja dann Gute Nacht !!!!   - Aug.2009

Der Landesvorsitzende der Wildhalter in Bayern, Hr. Prof. Dr. G. Spatz, drängt mit allen Mitteln auf eine Regelung zu gunsten der Wildhalter.

Januar 2010:

Die Regelung, dass der Tierarzt am Herkunftsort die Schlachtung und das Ausbluten zu überwachen hat, wurde durch das Bayer. Staatsministerium anders bewertet.
Es wurde eingesehen, dass dies nicht praktikabel ist. Der amtl. Tierarzt muss bei der Schlachtung nicht anwesend sein.
Auch der Abstand zwischen Schlachttieruntersuchung und Schlachtung bleibt wie bisher, heißt es.

Die Schlachttieruntersuchung führt nach wie vor der amtl. Tierarzt durch. Die entsprechenden Bescheinigungen sind zu erstellen.

Eintrag vom Sept. 2010:

Neue Regelung zur Schlachttieruntersuchung - Wartezeit bis zu 28 Tage möglich -
siehe unter News

 

 

 -alle Angaben ohne Gewähr -

 

 

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