Schießerlaubnis in Wildgehegen
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Die Betäubung warmblütiger Tiere ist nach § 5 Abs. 1 Satz 1 u. 2 Tierschutzgesetz Tierärzten vorbehalten.


Für die Immobilisierung von Gehegewild kann die zuständige Behörde Ausnahmen zulassen, sofern ein berechtigter Grund nachgewiesen wird.

In der Regel erhalten Wildhalter eine solche Genehmigung, wenn ein entsprechender Sachkundelehrgang nachgewiesen wird.
Gründe sind z.B. :

  • der Tierarzt ist aufgrund der regionalen tierärztlichen Versorgung in Notfällen nicht innerhalb kurzer Zeit verfügbar;
  • der betreuende Gehegetierarzt erfüllt nicht die waffenrechtlichen Voraussetzungen oder
  • verfügt nicht über die entsprechende Ausrüstung und Fähigkeit in deren Umgang;
  • der z. T. enorme Zeitaufwand für eine Immobilisation wird unbezahlbar;
  • der Tierarzt hat als Fremder selten die Möglichkeit, auf die nötige, relativ geringe Distanz an die Tiere heranzukommen.

 

Narkosegewehre mit einer Bewegungsenergie über 7,5 Joule - dies sind bis auf die Blasrohre praktisch alle Teleinjektionsgeräte - unterliegen den Bestimmungen des Waffengesetzes. Für den Erwerb ist  eine Waffenbesitzkarte  erforderlich.

Für den Einsatz von Blasrohren ist zwar keine waffenrechtliche Erlaubnis erforderlich, jedoch eine tierschutzrechtliche Erlaubnis. Dies bedeutet, dass auch der Blasrohrbenutzer eine Ausnahmegenehmigung beim zuständigen Veterinäramt beantragen muss, die wiederum nur bei Nachweis der entsprechenden Sachkunde und eines berechtigten Grundes erteilt wird.

Jagdscheininhaber:

Narkosewaffen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Handhabung, Geschosse und deren Ballistik sehr wesentlich von Jagdgewehren. Der Umgang mit Immobilisationsgeräten ist aber nirgendwo Bestandteil der Jägerprüfung, so dass das Landratsamt bei Jagdscheininhabern die Ausstellung einer WBK für Narkosewaffen vom Nachweis der waffentechnischen Sachkunde abhängig machen kann. Darüber hinaus ist der Nachweis der besonderen tierschutzrechtlichen Sachkunde für Jagdscheininhaber selbstverständlich auch Pflicht.

Tierärzte:

Tierärzte benötigen auf Grund ihrer Ausbildung keine tierschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung, sie müssen allerdings wie Nichttierärzte auch die waffenrechtlichen Voraussetzungen durch Ablegen einer Sachkundeprüfung nach § 7 Waffengesetz erfüllen. Für Tierärzte mit Jagdschein gilt, dass auch sie für die Ausstellung einer WBK für Narkosewaffen einen Nachweis über ihre waffentechnische Sachkunde für Narkosewaffen erbringen müssen.

 

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